Es geht los. Wie envia TEL den Mittelstand durch die digitale Zeitenwende führt

Digitale Souveränität, steigende Datenmengen, neue Regulierungen und ein Mittelstand unter Druck:
Die Anforderungen an IT- und Telekommunikationsinfrastruktur wachsen rasant und das nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich und politisch. In Deutschland prognostiziert der Branchenverband Bitkom für 2026 ein robustes Marktwachstum des IT- und Telekommunikationssektors um rund 4,4 % auf etwa 245 Mrd. Euro, getrieben vor allem von Cloud-Lösungen, Software und Infrastrukturprojekten. Gleichzeitig werden Unternehmen weltweit stärker in digitale Technologien investieren: Laut Gartner werden die globalen IT-Ausgaben 2026 voraussichtlich mehr als 6 Billionen US-Dollar erreichen – ein Indikator für die wachsende Bedeutung digitaler Infrastruktur in allen Branchen. Gleichzeitig wird Digitalisierung mehr denn je politisch und geopolitisch verhandelt, etwa durch Initiativen zur digitalen Souveränität und unabhängiger Cloud-Infrastruktur. In dieser Gemengelage braucht es Orientierung – technisch, strategisch und menschlich.
Im Gespräch erläutert Lutz Lohse, Geschäftsführer der envia TEL, wie technisches Denken, Pragmatismus und regionale Nähe zusammenwirken, um Unternehmen zukunftssicher aufzustellen. Es ist ein Gespräch über Glasfaser, Rechenzentren, souveräne Cloud und Sicherheit, vor allem aber darüber, warum genau jetzt der Moment ist, ins Handeln zu kommen.
Technisches Denken, Marktverantwortung und Pragmatismus
Lutz Lohse ist gelernter Elektroingenieur. Ein Fakt, den er heute nicht als Etikett versteht, sondern als Fundament. „Ich fange analytisch an“, sagt er, „aber im Laufe meines Berufslebens habe ich gelernt, dass eine gesunde Portion Pragmatismus oft besser hilft als die perfekte Lösung.“ Diese Haltung prägt seinen Führungsstil bis heute. Sie erklärt auch, warum er komplexe Themen selten isoliert betrachtet, sondern stets im Zusammenspiel von Technik, Markt und Menschen.
Technisches Verständnis bedeutet für ihn nicht Abschottung, sondern die Grundlage für Dialog mit Kunden, Partnern und Mitarbeitenden. Gerade im Vertrieb und in der strategischen Marktbearbeitung habe er früh gelernt, dass Technologie kein Selbstzweck ist, sondern immer Mittel zum gemeinsamen Problemlösen. Wer Infrastruktur nur aus technischer Perspektive denkt, verliert schnell aus dem Blick, welche Prozesse, Abhängigkeiten und wirtschaftlichen Realitäten auf Kundenseite tatsächlich dahinterstehen.
Seine berufliche Reise durch die Energie- und Telekommunikationsbranche habe ihm geholfen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen: technische, kaufmännische und regulatorische. Das zusätzliche wirtschaftliche Studium habe diesen Blick noch einmal geschärft. Entscheidungen würden dadurch nicht langsamer, sondern belastbarer. „Man versteht besser, wo die Risiken liegen und wo Pragmatismus sinnvoller ist als theoretische Perfektion.“
Diese Denkweise prägt auch den Blick auf den Markt. Die deutsche Wirtschaft steht unter Druck: hoher Wettbewerbsdruck, internationale Anbieter mit aggressiven Preismodellen, steigende Energie- und Betriebskosten. All das beeinflusst die Investitionsentscheidungen vieler mittelständischer Unternehmen. „Unsere Kunden achten heute stärker denn je auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“, so Lohse. Gleichzeitig wachse der Anspruch an Qualität und Stabilität. Niemand wolle sich mehrfach mit der gleichen Infrastrukturfrage beschäftigen. Glasfaser und Cybersicherheit sollen einmal sauber durchdacht und langfristig genutzt werden.
Was dabei häufig unterschätzt wird: Die Datenmengen steigen nicht linear, sondern exponentiell. Software-Updates, cloudbasierte Anwendungen, vernetzte Produktionsprozesse oder KI-gestützte Systeme erhöhen Durchsatz, Verfügbarkeitserwartungen und Anforderungen an Latenz erheblich. Hinzu kommt, dass viele dieser Entwicklungen schleichend verlaufen. „Der Appetit wächst mit dem Essen“, vermittelt Lohse. Viele Unternehmen merkten erst spät, wie nah ihre bestehende Infrastruktur bereits an ihre Grenzen stößt: „Oft erst dann, wenn Performanceprobleme oder Sicherheitsfragen plötzlich geschäftskritisch werden.“
Infrastruktur unter Druck: Glasfaser, Datenwachstum und neue Realitäten
Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch, warum Lutz bei einem Thema besonders deutlich wird: Glasfaser. Obwohl die Technologie seit Jahren verfügbar ist, begegnet ihm in Gesprächen immer noch Zurückhaltung. Häufig höre er den Satz: Das hat doch bisher gereicht. Doch genau diese Haltung sei riskant, nicht aus ideologischen Gründen, sondern aus ganz praktischen.
Kupferbasierte Technologien seien technisch ausgereizt. Die Zukunft gehöre leistungsfähigen, stabilen Glasfasernetzen – im privaten wie im geschäftlichen Umfeld. Nicht nur wegen höherer Bandbreiten, sondern wegen Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und langfristiger Wirtschaftlichkeit. Glasfaser bilde die Voraussetzung für nahezu alle digitalen Anwendungen, die heute und in Zukunft relevant seien: von Cloud-Services über standortübergreifende Vernetzung bis hin zu KI-gestützten Prozessen.
„Früher oder später kommt niemand an Glasfaser vorbei“, erzählt Lutz Lohse überzeugt. Die Frage sei nicht mehr ob, sondern wann und wie gut Unternehmen diesen Übergang strategisch vorbereiten. Wer zu lange warte, riskiere nicht nur technische Engpässe, sondern auch Wettbewerbsnachteile, etwa durch längere Reaktionszeiten oder höhere Ausfallzeiten.
Parallel zur technologischen Entwicklung rücken regulatorische Anforderungen stärker in den Fokus – ein Aspekt, der nach Lutz Einschätzung noch zu wenig Beachtung findet. Richtlinien wie NIS2 betreffen längst nicht mehr nur Großkonzerne oder kritische Infrastrukturen im engeren Sinne. „Viele unterschätzen, dass das bereits Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden betrifft“, betont er. Und dass es dabei nicht nur um Technik geht, sondern um Prozesse, Verantwortlichkeiten und im Ernstfall sogar um persönliche Haftung der Geschäftsführung.
envia TEL ist hier selbst betroffen – als Betreiber kritischer Infrastrukturen, als Rechenzentrumsanbieter, als Telekommunikationsunternehmen. Zertifizierungen, Audits und externe Prüfungen gehören zum Alltag. Genau dieses Wissen sei ein zentraler Mehrwert für Kunden. „Wir wissen, worauf Auditoren achten. Wir wissen, welche Nachweise erforderlich sind. Und dieses Know-how können wir sehr konkret in Kundenprojekte einbringen.“ Damit werde Regulierung vom Risiko zum planbaren Faktor.“
Sicherheit, Souveränität und regionale Verantwortung
Kaum ein Begriff wird derzeit so intensiv diskutiert wie die souveräne Cloud. Für Lutz Lohse ist das weniger ein Buzzword als eine praktische Frage: Wer hat Zugriff auf meine Daten und nach welchem Recht? Diese Frage gewinnt an Bedeutung, je stärker Unternehmen digitale Prozesse auslagern und je enger Geschäftsmodelle mit Daten verknüpft sind. Internationale Hyperscaler unterliegen oft außereuropäischen Gesetzgebungen. Selbst wenn Daten physisch in Europa liegen, können Zugriffsrechte bestehen, die für viele Unternehmen intransparent sind. Für mittelständische Unternehmen, die Verantwortung für sensible Kunden-, Produktions- oder Betriebsdaten tragen, entsteht daraus ein erhebliches Unsicherheitsgefüge.
Regionale Rechenzentren bieten hier eine klare Alternative: physische Nähe, volle Datensouveränität, transparente Zugriffsregelungen und die Möglichkeit, sich die Infrastruktur vor Ort anzusehen. Kunden können Auditoren mitbringen, Sicherheitskonzepte prüfen und genau nachvollziehen, wie ihre Server physisch geschützt werden. „Das schafft Vertrauen und reduziert die Komplexität“, so Lutz Lohse.
Das neue Datacenter Hannover spielt dabei eine zentrale Rolle. In Kombination mit dem bestehenden Standort in Leipzig entsteht ein vernetztes, georedundantes Angebot – inklusive räumlicher Trennung, Backup-Strategien und niedriger Latenzen. Für viele Unternehmen ist genau diese Kombination entscheidend: hohe Sicherheit, gepaart mit regionaler Nähe und technischer Leistungsfähigkeit. „Das ist ein echter Fortschritt für Sicherheit und Unabhängigkeit“, bestätigt Lutz. „Und ein wichtiger Baustein für digitale Autonomie in Deutschland.“
Neben Rechenzentren und Glasfaser rückt auch die Modernisierung von Unternehmensnetzen stärker in den Fokus. SD-WAN gilt als logische Weiterentwicklung klassischer MPLS-Netze. Höhere Resilienz, bessere Nutzung paralleler Leitungen und flexible Anbindung cloudbasierter Anwendungen machen diese Technologie für viele Unternehmen attraktiv. Sicherheit ist dabei kein Zusatz, sondern integraler Bestandteil moderner Infrastruktur, von Firewall-Lösungen bis hin zu Security-by-Design-Ansätzen, die von Anfang an bei envia TEL mitgedacht werden.
Orientierung für Kunden, Partner – ein klarer Ausblick
Bei aller Technik bleibt der Anspruch der Kunden erstaunlich konstant: Zuverlässigkeit, Qualität und Transparenz zu fairen Konditionen. In unsicheren Zeiten wachse zudem der Wunsch nach Orientierung und Verlässlichkeit. Der Unterschied liege in der Nähe. Regionale Verankerung, bekannte Ansprechpartner, schnelle Reaktionszeiten und die Möglichkeit, im Zweifel gemeinsam vor Ort Lösungen zu finden, seien heute ein echter Wettbewerbsfaktor.
Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sei der Schritt ins Rechenzentrum oft einfacher als gedacht. Teststellungen, schrittweise Migrationen und unterstützende Services nehmen Komplexität heraus und senken Einstiegshürden. „Nicht jeder Kunde hat eine eigene IT-Abteilung“, sagt Lutz. „Deshalb ist es wichtig, Dinge aus einer Hand anbieten zu können – von der Anbindung über die Sicherheit bis zum Betrieb.“
Trotz aller wirtschaftlichen, politischen und regulatorischen Herausforderungen blickt Lutz Lohse optimistisch in die Zukunft. Glasfaser, sichere Vernetzung, Rechenzentren und digitale Souveränität seien keine kurzfristigen Trends, sondern Grundpfeiler der nächsten Jahrzehnte. „Das sind die Themen, die Deutschland als Wirtschaftsnation braucht.“ Entscheidend sei, jetzt zu investieren – nicht blind, sondern strategisch und mit Augenmaß.
Sein persönliches Motto für die kommenden Jahre fasst er in drei Worte: “Es geht los: Es liegt viel auf dem Tisch. Jetzt krempeln wir die Ärmel hoch und fangen an.“ Für Unternehmen bedeutet das: nicht abwarten, sondern aktiv gestalten und Infrastruktur als strategische Investition begreifen, die Stabilität, Sicherheit und Wachstum ermöglicht.
